Erbrecht in Hongkong: Testamente, Nachlassforschung, Bankenanfragen, Probate

Das Erbrecht in Hongkong basiert auf dem englischen Common Law und ist im Probate and Administration Ordinance (Kapitel 10) geregelt. Das Gesetz regelt, wie der Nachlass einer verstorbenen Person verwaltet und verteilt werden soll, und welche Personen Anspruch auf das Erbe haben. In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte des Erbrechts in Hongkong erläutert, einschließlich Testamente, Nachlassforschung, Bankenanfragen und Probate.

Testamente

In Hongkong kann jeder eine gültige letztwillige Verfügung erstellen, solange er/sie zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung volljährig, geistig gesund und nicht unter Druck oder Zwang stand. Ein Testament kann entweder handschriftlich oder mündlich erstellt werden, jedoch ist es empfehlenswert, ein Testament von einem Anwalt aufsetzen zu lassen, um sicherzustellen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind und das Testament gültig ist.

Wenn eine Person in Hongkong ein Testament hinterlässt, muss es nach ihrem Tod in der Regel einem Gericht vorgelegt werden. Das Gericht prüft dann, ob das Testament gültig ist und ordnet gegebenenfalls an, dass es in die Tat umgesetzt wird.

Nachlassforschung

Wenn eine Person ohne ein gültiges Testament stirbt, wird ihr Nachlass nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge verteilt. Das bedeutet, dass das Gesetz bestimmte Verwandte in einer bestimmten Reihenfolge als Erben bestimmt. Es ist jedoch nicht immer einfach, alle Erben zu finden. In solchen Fällen kann es notwendig sein, eine Nachlassforschung durchzuführen, um alle Erben zu ermitteln.

Eine Nachlassforschung kann durchgeführt werden, indem man eine Anzeige in einer Zeitung schaltet oder eine Nachlassforschungsgesellschaft beauftragt. Die Kosten für eine Nachlassforschung können sehr hoch sein und werden oft aus dem Nachlass bezahlt.

Bankenanfragen

Wenn eine Person in Hongkong stirbt, kann es notwendig sein, bei den Banken nachzuforschen, ob sie Konten oder andere Vermögenswerte in ihrem Namen hatte. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn der Verstorbene keine Angehörigen hatte oder wenn die Angehörigen nicht wissen, ob der Verstorbene Bankkonten oder Vermögenswerte hatte.

Banken in Hongkong haben jedoch strenge Datenschutzrichtlinien und werden nicht einfach Informationen über Konten herausgeben. Es ist notwendig, eine Gerichtsverfügung oder eine Vollmacht des Nachlassverwalters vorzulegen, um Informationen von der Bank zu erhalten.

Probate

Wenn eine Person in Hongkong stirbt und ein Testament hinterlässt, muss das Testament in der Regel einem Gericht vorgelegt werden, um ein Probate zu erhalten. Das Probate ist eine gerichtliche Bestätigung, dass das Testament gültig ist und der Nachlassverwalter befugt ist, den Nachlass im Namen der Verstorbenen zu verwalten und zu verteilen.

Das Probate-Verfahren kann sehr kompliziert sein und erfordt die Hilfe eines Anwalts. Der Nachlassverwalter muss eine Vielzahl von Unterlagen und Informationen vorlegen, einschließlich des Originaltestaments, einer Sterbeurkunde und einer Liste aller Vermögenswerte und Schulden des Verstorbenen.

Nach Erhalt des Probate hat der Nachlassverwalter die rechtliche Befugnis, den Nachlass zu verwalten und zu verteilen. Dies beinhaltet die Verteilung des Vermögens an die Erben gemäß dem Testament oder den Regeln der gesetzlichen Erbfolge. Der Nachlassverwalter ist auch dafür verantwortlich, alle Schulden des Verstorbenen zu begleichen und die erforderlichen Steuern zu zahlen.

Fazit

Das Erbrecht in Hongkong ist komplex und erfordert oft die Hilfe von Anwälten und anderen Fachleuten. Es ist wichtig, ein gültiges Testament zu haben, um sicherzustellen, dass der Nachlass gemäß den Wünschen des Verstorbenen verteilt wird. Wenn jedoch kein Testament vorhanden ist, können Nachlassforschung, Bankenanfragen und Probate-Verfahren dazu beitragen, alle Erben zu identifizieren und den Nachlass ordnungsgemäß zu verwalten und zu verteilen. Es ist ratsam, sich frühzeitig mit dem Erbrecht vertraut zu machen und sich von einem Anwalt beraten zu lassen, um mögliche Probleme zu vermeiden.